Sechs Fragen zur Lektion Eine kurze Geschichte der KI, jede Antwort mit ihrer Begründung. Die Fragen stammen aus dem Pool des Moduls und haben das Format seiner Klausur.
Ein Agent baut eine Quiz-App zur Geschichte der KI mit der Vorgabe, nur die zuvor erstellte Wissensbasis zu verwenden. Was ist der wichtigste Zweck dieser Vorgabe?
Jede Frage lässt sich auf einen geprüften Eintrag mit Quelle zurückführen, statt auf das, was das Modell zu wissen glaubt.
Richtig: Die Wissensbasis wurde gegen Quellen geprüft; das allgemeine Wissen des Modells nicht.
Die App läuft schneller, weil sie keine Verbindung zum Internet braucht.
Mit der Geschwindigkeit der App hat die Vorgabe nichts zu tun; sie betrifft, woher die Inhalte stammen.
Das Modell kann keine Fehler mehr machen, weil die Wissensbasis stimmt.
Die Vorgabe senkt das Risiko, schließt Fehler aber nicht aus: Das Modell kann auch eine gute Quelle falsch wiedergeben.
Das Urheberrecht bleibt gewahrt, weil die Wissensbasis nur Fakten enthält.
Das mag nebenbei gelten, ist aber nicht der Zweck der Vorgabe. Es geht darum, dass jede Aussage überprüfbar bleibt.
Die Zeitleiste eines Agenten datiert einen Meilenstein auf 1957 und verlinkt eine Quelle. Wie prüfst du die Angabe am verlässlichsten?
Den Agenten fragen, ob er sich bei der Jahreszahl sicher ist.
Die Antwort des Agenten ist wieder ein erzeugter Text und keine unabhängige Prüfung.
Die verlinkte Quelle öffnen und nachsehen, ob sie für dasselbe Ereignis dasselbe Jahr nennt.
Richtig: Vertrauen, aber prüfen heißt, die Aussage mit der Quelle abzugleichen, auf die sie sich beruft.
Einen zweiten Chatbot nach dem Jahr fragen und die Angabe übernehmen, wenn beide übereinstimmen.
Zwei Modelle können denselben Fehler machen, etwa weil er in ihren Trainingsdaten steht. Übereinstimmung ersetzt keine Quelle.
Prüfen, ob das Jahr im Vergleich zu den benachbarten Meilensteinen plausibel wirkt.
Plausibilität fängt grobe Fehler, aber nicht einen um ein Jahr verschobenen. Dafür braucht es die Quelle.
Rich Sutton zieht in „The Bitter Lesson“ (2019) eine Bilanz aus siebzig Jahren KI-Forschung. Welche?
Allgemeine Verfahren, die mit mehr Rechenleistung besser werden, wie Lernen und Suche, haben auf lange Sicht Ansätze überholt, die auf menschlichem Wissen aufbauen.
Richtig: Das ist die bittere Lehre, weil Forschende ihr eigenes Wissen immer wieder einbauen wollten und dabei auf lange Sicht verloren.
Systeme mit von Fachleuten geschriebenen Regeln bleiben verlässlicher als gelernte Systeme und werden diese ablösen.
Sutton kommt zum umgekehrten Schluss: Handgeschriebenes Wissen half kurzfristig und wurde langfristig überholt.
Der Fortschritt der KI kam vor allem von besseren Programmiersprachen und Entwicklungswerkzeugen.
Werkzeuge der Softwareentwicklung sind nicht Suttons Thema. Er vergleicht Wissen, das Menschen einbauen, mit Rechenleistung.
Die KI-Forschung ist wiederholt gescheitert, weil Rechner nie genug Speicher für allgemeine Intelligenz haben werden.
Sutton argumentiert gerade, dass wachsende Rechenleistung der Treiber des Fortschritts war.
Was schlug Alan Turing 1950 in „Computing Machinery and Intelligence“ vor?
die Frage „Können Maschinen denken?“ durch einen Test zu ersetzen, in dem eine Maschine im schriftlichen Gespräch als Mensch durchgehen muss
Richtig: Turing nannte es das Imitationsspiel; heute heißt es Turing-Test.
das erste künstliche neuronale Netz, ein Modell eines Neurons, das aus Beispielen lernt
Lernende Neuronenmodelle kamen später, etwa Rosenblatts Perzeptron von 1958.
den Begriff „künstliche Intelligenz“ für einen Sommer-Workshop in Dartmouth
Der Begriff stammt aus dem Antrag von 1955 für den Dartmouth-Workshop im Jahr darauf, nicht von Turing.
ein Programm, das den Schachweltmeister besiegt
Das gelang erst 1997 mit Deep Blue gegen Garri Kasparow.
Warum wird 1956 oft als Geburtsjahr der KI genannt?
Bei einem Workshop am Dartmouth College bekam das Forschungsfeld seinen Namen „artificial intelligence“.
Richtig: Der Antrag für den Workshop prägte den Begriff, und mit dem Treffen beginnt die KI als eigenes Fach.
In diesem Jahr wurde der erste Computer kommerziell verkauft, was KI-Forschung erst möglich machte.
Kommerzielle Rechner gab es schon Anfang der 1950er-Jahre; mit dem Namen des Fachs hat das nichts zu tun.
Turing veröffentlichte den nach ihm benannten Test.
Turings Aufsatz erschien 1950, sechs Jahre früher.
Zum ersten Mal wurde ein neuronales Netz auf einem Rechner trainiert.
Das Perzeptron wurde 1958 vorgestellt; 1956 steht für den Namen und die Gründung des Fachs.
Ein Agent soll eine selbst gebaute App zur Geschichte der KI veröffentlichen. In seinem Ordner liegen auch die heruntergeladenen Quellen. Was gehört nicht in die Veröffentlichung?
die Volltexte der heruntergeladenen Quellen
Richtig: Die Rechte an den Texten liegen bei Verlagen und Autoren; veröffentlicht wird der Link, nicht die Kopie.
der API-Schlüssel, mit dem die Sprecherstimme erzeugt wurde
Richtig: Ein veröffentlichter Schlüssel kann von jedem benutzt werden, auf Kosten des Kontoinhabers.
die Wissensbasis mit den Fakten und den Links zu den Quellen
Sie darf hinein und macht die App überprüfbar: Jeder kann den Weg vom Eintrag zur Quelle gehen.
das Foto der Pinnwand mit der Handschrift der Studierenden
Richtig: Handschriften sind personenbezogen; ohne Einwilligung gehören sie nicht ins Netz.
der Code der App
Der Code darf veröffentlicht werden; er ist das Werk, um das es geht.